Bayern, Krimis, Österreich

Anna Schneider. Grenzfall – Der Tod in ihren Augen – Jahn/Krammer 1 (2021)

Kommissarin Alexa Jahn wird aus der Stadt in die Alpenidylle versetzt und bekommt es sofort mit einem Vermisstenfall zu tun. Doch Polizei und Bergwacht finden nur noch eine Leiche – beziehungsweise eine halbe. Und als Jahns Chef bei der Aktion einen Unfall hat, muss sie ins kalte Wasser springen und die Einsatzleitung übernehmen.

Den Bergen kann Alexa Jahn eigentlich gar nichts abgewinnen, aber was tut man nicht für die Karriere. In ihrer neuen Dienststelle in Weilheim ist sie nicht nur Quotenfrau, sondern ihr ist auch eine schnelle Beförderung in Aussicht gestellt worden. Da zeigt sie natürlich sofort Einsatzbereitschaft, als sie an ihrem ersten Morgen gleich vor der Dienststelle abfangen wird, weil in den Bergen eine Vermisste gesucht werden muss. Ein auffällig an einem Wanderweg in Lenggries abgestellter Rucksack hat Polizei und Bergwacht in Alarmbereitschaft versetzt.

Eine halbe Leiche

In einer Felswand am Brauneck wird schließlich die Leiche einer Frau entdeckt und mittels Hubschrauber geborgen. Die Bergretter sind geschockt, denn in der Wand hing nur die obere Hälfte der Frau. Kurz darauf wird im Achensee in Tirol die untere Hälfte der Leiche gefunden. Hier ist Bernhard Krammer vom LKA in Innsbruck zuständig, doch die Zusammenarbeit mit dem altgedienten Ermittler gestaltet sich schwierig.

Von neu zu Einsatzleitung

Aus einem langsamen Einstieg unter der Führung ihres sympathischen Chefs wird für Kommissarin Alexa Jahn nichts, denn nach einem Unfall überträgt er ihr die Einsatzleitung. Kollege Florian Huber ist alles andere als begeistert, auch unter den Kollegen der lokalen Wache hat Jahn es zunächst schwer, sich zu behaupten. Und so kommt es ihr fast vor, als müsse sie alleine einen Täter finden, der besonders perfide vorgeht und so gut wie keine Spuren hinterlässt. Und das gleich in zwei Ländern …

Grenzfall als Glücksfall

Dieser erste Band von Grenzfall ist von Anfang bis Ende ein absolut spannender Krimi, sowohl was den Fall angeht als auch das Durchbeißen der Neuen in der Dienststelle. Eine klare Sprache, eine gute Zeichnung der Charaktere und auch der umgebenden Alpenidylle – die nicht nur idyllisch ist, sondern eben auch mal ganz bestimmte Anforderungen ans Schuhwerk stellt oder sogar bedrohlich wirken kann. Ganz nebenbei ein kritischer Blick auf den Tourismus, auf die Psyche von Ermittlern und Tätern, ohne dabei aber den Krimi aus dem Blick zu verlieren.

Für mich jedenfalls ist dieser Grenzfall-Band ein echter Glücksfall, eine fantastische neue Krimientdeckung gleich am Anfang des Jahres. Ich freue mich schon auf die weiteren Bände!

Anna Schneider. Grenzfall – Der Tod in ihren Augen. Frankfurt: Fischer, 2021. (Alexa Jahn/Bernhard Krammer 1)

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